Islamisch-Heiraten | Islamische Heirat
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Islamische Heirat

Als Ehe wird im Islam die religiös anerkannte gefestigte Lebensgemeinschaft zwischen einem Mann und einer Frau, den Ehepartnern bzw. Ehegatten, bezeichnet.

Die islamische Ehe ist gekoppelt an einen Ehevertrag und beginnt mit der Heirat und endet im Diesseits mit dem Ableben, der Scheidung oder – im Fall der Zeitehe – mit dem Ablauf der vereinbarten Zeit. In der dschafaritischen Rechtsschule gibt es neben der zeitlich unbegrenzten Ehe auch die zeitlich begrenzte Zeitehe.

Die Ehe gilt als Zeichen Gottes: „Und zu Seinen Zeichen gehört dies, dass Er Ehepartner für euch erschuf von euch selber, damit ihr Frieden bei ihnen findet, und Er hat Liebe und Barmherzigkeit zwischen euch gesetzt. Hierin sind doch Zeichen für Leute, die nachdenken.“ (Sure 30:21)

In der Ehe vollzieht der Mensch die Wiedervereinigung der beiden Hälften der einen Seele aus der Mann und Frau erschaffen sind. Die eheliche Sexualität wird dementsprechend als Vorgeschmack auf das Paradies verstanden.

Die Ehe hat einen solch hohen Rang im Islam, dass es als die Hälfte der Glaubensüberzeugung [iman] gilt. Als Vorsitzender von Gemeinden und Vorbeter werden bei annähernd gleicher Qualifikation bevorzugt Verheiratete herangezogen.

Unter eng definierten Umständen kann ein Muslim bis zu vier Ehefrauen haben, wobei zeitgenössische Experten zu dem Ergebnis kommen, dass kaum jemand die Voraussetzungen dafür erfüllen kann. Das angestrebte Ideal ist zweifelsohne die monogame Ehe, wie sie von Prophet Muhammad (s.) bis zum Ableben seiner ersten Ehefrau Chadidscha (a.) praktiziert wurde und so auch von Imam Ali (a.) mit Fatima (a.). Die Ehefrau kann im Ehevertrag Einschränkungen dazu vereinbaren.

Merkwürdigerweise wird in der westlichen Welt über die Ehe eigentlich nur dann gesprochen, wenn es Probleme gibt. Das glücklich getraute Ehepaar stellt in den zahllosen Spielfilmen die kaum beachtete Ausnahme dar. Im Gegensatz dazu werden außereheliche Beziehungen immer mehr und höher gepriesen, und es wird den Menschen darzulegen versucht, wie schön und “normal“ es sei, sich in einen anderen zu verlieben. Mit allen Mitteln wird in so vielen Filmen, Serien und Romanen versucht, die Ehe als etwas Altertümliches und Überflüssiges darzustellen und die “freie“ Beziehung zu bejubeln.

Eigentlich gibt es die Faszination Ehe kaum mehr in der Öffentlichkeit, dabei sehnt sich doch jeder danach. Die so genannte “Große Liebe“ gibt es in Film und Literatur meist nur außerhalb der Ehe.

Im Islam ist die Ehe ein Höhepunkt der eigenen menschlichen Entwicklung und eine der hohen Stufen der inneren Befreiung. Nicht umsonst sagt Prophet Muhammad (s.) in einer Überlieferung, dass die Heirat die Hälfte des Glaubens, der religiösen Überzeugung darstellt. Denn schließlich findet man seine andere Hälfte, mit der man sich vervollständigt.

Wie sehr hier ehelichen Freuden mit der Annäherung an Gott verbunden sind, lässt sich an der Dimension erahnen, die der große muslimische Mystiker Dschlaladdin Rumi, genannt Mewlana, dem Sterben zumisst, denn er nannte die Nacht des Ablebens “Hochzeitsnacht“.

Es mag für westliche Ohren ungewöhnlich klingen, aber die ideale muslimische Frau in einer idealen muslimischen Ehe ist Ehefrau und Geliebte zugleich. Es ist ihr Ehemann, für den Sie sich schön macht, und alle anderen Männer bekommen sie “nur“ verhüllt zu sehen.

Empfehlungen
Einen Abend vorher:
  • Ghusul (Vollkörperreinigung) durchführen
  • Qur’an und/oder Dua lesen
  • Dich mit deinen liebsten unterhalten
  • Einstimmen auf den morgigen Tag
  • Wissen, dass du nur aus Liebe zu Allah deinen Partner ausgewählt hast!